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Oliver Raidel

Für jede Anlage 1 Gehirn

Wir durften Herrn Oliver Raidel, zuständig für die Beratung, Planung und den Verkauf bei der Steinbrenner GmbH aus Insingen (Deutschland), ein paar Fragen stellen. Das angesprochene Referenzprojekt finden Sie übrigens ab sofort auf unserer Website.

Stellen Sie sich bitte kurz vor. Wie lange sind Sie schon dabei und was ist Ihr Aufgabenbereich bei der Steinbrenner GmbH?
Hallo Herr Prazak, danke für die Einladung. Ich bin gelernter Heizungs- und Lüftungsbauer und Sohn eines selbstständigen Elektromeisters. Ich bin seit 2008 im Unternehmen, angefangen bei der Steinbrenner GmbH habe ich als Kundendiensttechniker im Bereich Heizung / Sanitär. Schnell wurde ich in die Planung und Optimierung von Heizungsanlagen mit eingebunden. Seit 2017 bin ich hauptsächlich mit Beratung, Planung und Verkauf von Heizungsanlagen im täglichen Geschäft beauftragt. 

Worauf habt ihr euch spezialisiert bzw. was sind eure Haupt-Geschäftsbereiche?
Wir sind überwiegend bei netten Privatkunden mit der Sanierung und Modernisierung von Heizungs- und Sanitäranlagen beschäftigt. Auch der eine oder andere Neubau wird von uns natürlich mit moderner Haustechnik ausgestattet. Schon jahrzehntelang haben wir Erfahrung mit regenerativen Energien, speziell im Bereich Biomasse. Hauptaugenmerk wird auf die Funktionalität, Effizienz und Überwachung gelegt. Wir bauen unsere Heizungsanlagen so, dass wir diese auch gerne jahrelang weiterbetreuen. So wird auch immer darauf geachtet Werkzeug, Maschinen und Wissen auf einem aktuellen Stand zu halten.

Unter „Leistungen“ findet man auf eurer Website neben den zu erwartenden Themen wie Sanitär, Solar und Wärmepumpe auch einen eigenen Punkt „Regeltechnik“. Warum streichen Sie diese Leistung im Gegensatz zu vielen anderen Betrieben extra hervor?
Neben einer funktionierenden Technik und Hydraulik ist die richtige „Regeltechnik“ fast genauso wichtig. Wir sind der Meinung, dass es in einer Heizungsanlage nur ein „Gehirn“ geben sollte das die einzelnen Pumpen, Ventile und Wärmeerzeuger regelt. Zumindest müssen die verschiedenen Regelungen sich untereinander austauschen können. Meistens finden sich aber mehrere Steuerungen in einer Anlage die alle für bestimmte Aufgaben notwendig und wichtig sind. Unsere Aufgabe ist es, die einzelnen Teile einer Anlage zu verbinden und zwar so, dass das beste Ergebnis erzielt wird, also bestmöglichste Effizienz und Komfort.

Merkt man bereits eine steigende Nachfrage für den Heizungstausch aufgrund der neuen Förderungsstruktur in Deutschland?
Ja, die Förderungen merken wir dramatisch! Jeden Tag klingelt das Telefon und ein Ölkessel etc. möchte ausgetauscht werden. Nicht überall macht eine Modernisierung auch Sinn, ich bin daher froh, dass wir das Privileg haben unsere Beratung fair gestalten zu können.

In welche technologische Richtung gehen die Entscheidungen oder zumindest die Wünsche der Kunden? Wärmepumpe im Neubau, Pellets im Bestand? Oder ist es doch nicht so einfach?
Nein so einfach ist es nicht. Kunden kommen oft mit ganz bestimmten Anforderungen an eine neue Heizungsanlage zu uns. Im Gespräch mit dem Kunden muss erarbeitet werden ob und wie es Sinn macht diese Anforderungen zu erfüllen. Wir haben z.B. vor zwei Jahren ein altes Bauernhaus aus dem 17. Jahrhundert mit einer Luftwärmepumpe ausgestattet. Der Kunde wollte kein Gas, konnte und wollte sich nicht mit den Anforderungen eines Pelletkessels auseinandersetzen. Also blieb nur eine Wärmepumpe für den Kunden übrig.

Der allgemeine Markt abseits von Großanlagen geht eindeutig in Richtung Photovoltaik und weg von der Solarthermie. Glauben Sie an einen neuen Aufschwung der Thermie oder wird sie mehr und mehr zum Nischenprodukt?
Ja, schwieriges Thema, hat nicht jede Technik eine Nische? Ich bin der Meinung, dass im Standard Neubau wahrscheinlich in absehbarer Zeit meist gar keine Warmwasserheizungsanlage mehr arbeiten wird. Einfach deswegen, weil der Wärmebedarf zu gering wird und es nicht mehr sinnig ist eine teure Anlagentechnik mit Platzbedarf zu kaufen. Die Regelung von solchen Häuser wird aber mit Sicherheit interessant aussehen. Im Bestand allerdings wird sich da vermutlich in absehbarer Zeit nicht so viel ändern. Wir arbeiten hier viel auf ländlichen Raum. Daher sind wir mit den Themen Biomasse und Solarthermie gut vertraut.

Wie sind die ersten Erfahrungen mit dem ATON. Haben Sie schon Rückmeldungen von Kunden? Wie war euer Eindruck bei Montage und Inbetriebnahme?
Ja, wir haben den ATON schon ein paar Mal verbaut. Langzeit Erfahrungen gibt es natürlich noch keine, aber das Gefühl ist gut! Wenn die Förderungen vieler PV-Anlagen auslaufen wird der ATON bestimmt immer goldrichtig sein um den überschüssigen Strom gezielt zu verbrauchen!

Sie arbeiten inzwischen seit über 10 Jahren mit unseren Reglern, haben also noch zu Zeiten der UVR1611 begonnen. Was war damals eigentlich der Grund dafür?
Die UVR1611 haben mein Kollege Herr Matthias Metzger und ich im Unternehmen gepusht, ganz einfach, weil es uns einen enormen Spaß bei der Arbeit gemacht hat. Begeistert hat uns die fast unbegrenzte Flexibilität und Möglichkeiten der Programmierung. Vergleichbares mit diesem Preis-Leistungs-Verhältnis gab es glaube ich nicht. Das Unternehmen arbeitete vor uns schon viel mit den ganz alten Einkreisregelern wie DTS oder EDR, daher brauchten wir auch nicht allzu viel Überredungskunst bei der Geschäftsleitung um diesen Weg zu gehen und unsere Regelungen komplett selber zu programmieren. Eines unserer ersten Projekte war dann unser neues Betriebsgebäude intelligent zu regeln. Im Büro setzten wir auf KNX, im Heizraum und Betriebsflächen auf die Technische Alternative.

Aus Erfahrung weiß ich, dass neue Technologien, Werkzeuge oder Prozesse natürlich nicht immer reibungslos in die tägliche Arbeit integriert werden können. Was war die größte Herausforderung bei der Einführung der UVR1611?
Aus den Fehlern zu lernen. Natürlich passiert mal der ein oder andere Fehler, besonders dann, wenn Anlagen groß und aufwendig werden. Ich habe daher schon immer sehr viel Wert auf eine gründliche Inbetriebnahme gelegt. Fehler die am Anfang nicht gefunden werden findet man wahrscheinlich nur noch sehr schwer.

Sie setzen die Universalregler verhältnismäßig oft ein. Gibt es den klassischen Fall, bei denen Sie auf Universalregler setzen?
Nein, ich glaube ich habe es noch nie geschafft eine Programmierung 1 zu 1 bei einem anderen Kunden zu übernehmen, wobei manchmal natürlich nur wenig Anpassung notwendig ist. Klassisch setzen wir die UVR ein, wenn mehr als eine Erweiterung vom Kesselhersteller benötigt wird, hier wird es dann meist günstiger für den Kunden, bei steigender Flexibilität.
Aus meinen unzähligen Einweisungen bei Endkunden habe ich gelernt, dass der Ottonormal-Kunde kein Interesse hat, sich groß mit der Heizung zu beschäftigen, egal ob eine Anlage aufwendig oder relativ einfach ist. Wichtig ist nur, dass es warm wird und das nicht unnötig Geld verbrannt wird. Hier kommt eine angepasste Visualisierung ins Spiel, die es dem Kunden einfach macht, auch nach einem halben Jahr wieder einmal eine Einstellung an der Heizungsanlage zu ändern. Wenn gewünscht, unterstützen wir den Kunden über die Internetanbindung des C.M.I.´s. Durch eine kurze Diagnose oder Einstellung vom Büro aus wird Zeit und Geld gespart und das Datenlogging von wichtigen Sensoren und Betriebszustände deckt Optimierungsmöglichkeiten auf.

Zum Abschluss haben Sie einen Wunsch frei: Welche Produktentwicklung würden Sie sich von uns wünschen?
Ein C.M.I. als Modbus-TCP Client (also Slave), damit man Werte der UVR übergeben kann und eine Einzelraumregelung auf Funk-Basis.

Wir bedanken uns bei Herrn Raidel und wünschen vor allem noch viel Erfolg und Spaß bei der Arbeit mit unseren x2 Geräten!